Die Reiselust der Wienerinnen und Wiener ist trotz gestiegener Preise und knapper Haushaltskassen ungebrochen, die Buchungen in den Reisebüros verzeichnen sogar eine leichte Steigerung. Eine aktuelle Online-Umfrage von Marketagent liefert jedoch ein differenziertes Bild, das für die heimische Gastronomie und Hotellerie ein strategischer Weckruf ist: Während Fernreisen boomen, verliert der Urlaub in Österreich an Zuspruch.
Rückgang bei Urlaub in Österreich
Die alarmierendste Nachricht für die heimische Branche: Laut der Umfrage planen zwar 66 Prozent der Befragten einen Urlaub in Österreich, doch das ist ein Rückgang von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Als Gründe werden das Wetter und das mittlerweile hohe Preisniveau vermutet. Dies ist ein klares Signal, dass der Heimmarkt kein Selbstläufer mehr ist und die Betriebe aktiv um den Gast werben müssen.
Fernreisen und der kühle Norden
Gleichzeitig ist ein starker Trend zu Fernreisen zu beobachten. Thailand führt mit 15 Prozent der Buchungen die Rangliste an, während die USA deutlich an Boden verlieren. Besonders interessant für die österreichische Hotellerie ist jedoch ein anderer Trend: die wachsende Beliebtheit von kühleren Destinationen im Norden Europas als Alternative zum heißen Mittelmeer. Dies ist eine strategische Chance für die heimischen Berg- und Seeregionen, sich als attraktive „Sommerfrische“-Destinationen zu positionieren und mit angenehmen Temperaturen und Naturerlebnissen zu punkten.
Nebensaison, All-Inclusive und längere Aufenthalte
Die Umfrage liefert entscheidende Einblicke in das Buchungsverhalten, auf das die Hotellerie reagieren muss:
- Nebensaison wird wichtiger: Um Kosten zu sparen, weichen immer mehr Gäste auf die Vor- und Nachsaison aus.
- Budgetsicherheit ist gefragt: All-Inclusive- und Frühbucher-Angebote sind stark nachgefragt, da sie eine klare Kostenkontrolle ermöglichen.
- Längere Verweildauer: Der durchschnittliche Haupturlaub dauert mit zwölf Tagen einen Tag länger als im Vorjahr.
Hohe Budgets und Priorität für den Urlaub
Trotz der Sparmaßnahmen an anderer Stelle ist das Urlaubsbudget gestiegen. Im Schnitt liegt es bei 2.209 Euro pro Person, bei den Wienern sogar bei 2.428 Euro. Besonders ermutigend: 15 Prozent der Befragten gaben an, bei anderen Ausgaben zu sparen, aber nicht beim Urlaub.








