Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds bleibt Österreich ein stabiler Wirtschaftsstandort. Der aktuelle Country Risk Atlas von ACREDIA in Zusammenarbeit mit Allianz Trade bestätigt das Länderrating von AA1. Nach zwei Rezessionsjahren ist die konjunkturelle Lage zwar weiterhin angespannt, doch ab 2026 wird eine schrittweise Erholung erwartet.
Wirtschaftliche Entwicklung und Wachstumsaussichten
Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in den Jahren 2023 und 2024 um jeweils knapp 0,7 bis 0,8 Prozent stagnierte die Wirtschaft 2025 mit einem moderaten Wachstum von 0,6 Prozent. Eine vorübergehende Belebung im dritten Quartal 2025 war vor allem auf Lageraufbau zurückzuführen. Für 2026 und 2027 wird ein Wachstum von 1,1 beziehungsweise 1,3 Prozent prognostiziert. Dabei spielen die Erholung der globalen Nachfrage und der fiskalische Impuls in Deutschland eine wichtige Rolle.
Insolvenzen und Arbeitsmarkt unter Druck
Die Zahl der Insolvenzen erreichte 2024 mit einem Anstieg von 22 Prozent ein Rekordniveau, verlangsamt sich jedoch 2025 deutlich. Für 2026 und 2027 wird ein Rückgang der Insolvenzen erwartet, was auf eine allmähliche Stabilisierung hinweist. Der Arbeitsmarkt zeigte sich 2024 durch leichte Beschäftigungszuwächse im öffentlichen Dienst, während Industrie und Bau Beschäftigungsverluste verzeichneten. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,4 auf 7,0 Prozent und wird voraussichtlich ab 2026 wieder sinken.
Strukturelle Herausforderungen und stabile Rahmenbedingungen
Österreich profitiert weiterhin von hoher Produktivität, vergleichsweise geringer Einkommensungleichheit und einem stabilen institutionellen Umfeld. Dennoch bestehen strukturelle Risiken wie hohe Exportabhängigkeit, öffentlicher Schuldenstand und demografische Veränderungen. Das bestätigte AA1-Rating unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts, auch wenn die Herausforderungen bestehen bleiben.









