Von Juli bis August verwandelt sich die Bühne im Steinbruch St. Margarethen erneut in das Rom um 1800. Das monumentale Bühnenbild für Puccinis Tosca, das bereits zum 16. Mal von Winter Artservice realisiert wird, prägt die Inszenierung maßgeblich. Die imposanten Stahlkonstruktionen, gefertigt in enger Zusammenarbeit mit der burgenländischen Metallbaufirma Pinterich, verleihen den zentralen Elementen wie Hauptaltar, Kerzenständer, Heiligtum und Weihrauchfass beeindruckende Präsenz und Stabilität.
Barocke Pracht zwischen Licht und Schatten
Die Inszenierung setzt auf eine kraftvolle Bildsprache, die das Spannungsfeld zwischen Opulenz und Zerstörung im barocken Rom erlebbar macht. Prunkvolle Oberflächen in Gold- und Marmoroptik, fein gearbeitete Skulpturen und architektonische Elemente schaffen ein Wechselspiel von Schönheit und Bedrohung. Inspiriert von Caravaggios Chiaroscuro, Artemisia Gentileschis emotionaler Intensität und der Theatralik Berninis entsteht eine dichte, atmosphärische Kulisse, die die innere Zerrissenheit der Figuren sichtbar macht.
Technische Meisterleistung mit nachhaltigem Ansatz
Über 9.000 Arbeitsstunden fließen in die Herstellung der Kulisse. Robotergestützte Fertigungsmethoden, CNC-Holzbearbeitung, 3D-Fräsen und 3D-Druck ermöglichen eine effiziente Umsetzung und minimieren Materialüberschüsse. Der Hauptaltar misst 24,5 Meter in der Breite und 7,6 Meter in der Höhe und wiegt 12 Tonnen Stahl. Zwei riesige Kerzenständer und ein Heiligtum mit 40 Tonnen Stahlkonstruktion ergänzen die Kulisse. Ein kunstvoller Weihrauchkessel, inspiriert von der Kathedrale in Santiago de Compostela, wird während der Aufführung mehrfach bewegt.
Eine besondere technische Herausforderung sind das bewegliche Weihrauchfass und ein kunstvoll konstruierter Engel, der zerfallen und wiederhergestellt werden kann. Eine 2 Tonnen schwere Kanone an der Felskante sorgt für dramatische Effekte.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Bühnenbild-Elemente sind so konzipiert, dass sie nach Möglichkeit wiederverwendet werden können. Dies unterstreicht das Engagement der Oper im Steinbruch für nachhaltigen Bühnenbau und verantwortungsbewusstes Ressourcenmanagement.






