Greenpeace Deutschland hat 17 Proben von Fischen, Muscheln und Krabben aus Nord- und Ostsee analysiert. Fast die Hälfte der Proben gilt bei üblichen Verzehrmengen für Kinder als gesundheitlich bedenklich. Vier Proben sind laut der NGO auch für Erwachsene nicht sicher. Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) wurden in allen Proben nachgewiesen. Diese Stoffe sind in der EU zwar größtenteils verboten, verbleiben jedoch als sogenannte „Ewigkeitsgifte“ in Umwelt, Tieren und Menschen. Täglich gelangen weiterhin Tausende PFAS in die Natur. Greenpeace warnt, dass die häufigsten dieser Substanzen Krebs auslösen, Embryos und Föten schädigen sowie Organe wie Milz und Leber angreifen können.
Belastung bei beliebten Fischarten
Besonders hohe PFAS-Werte wurden bei Steinbutt, Hering und Scholle gemessen, die über den EU-Grenzwerten für Lebensmittel lagen. „Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) können Fisch und andere Meerestiere bis zu 86 Prozent der PFAS-Exposition durch die Nahrung bei Erwachsenen darstellen“, heißt es im Bericht. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, die Belastung in der Nahrungskette zu reduzieren.
Forderung nach Transparenz und Verbot
Österreich importiert 94 Prozent des konsumierten Fisches, fast die Hälfte davon aus Deutschland. Wie viele belastete Fische aus Nord- und Ostsee stammen, ist bislang unklar. Greenpeace Deutschland hat Marken, Supermärkte und Händler befragt, ob sie Fisch aus diesen Gebieten verkaufen und ihre Lieferketten auf PFAS überprüfen. „Solange unklar bleibt, wie stark Fische auf dem österreichischen Markt betroffen sind, müssen Händler und Behörden endlich für Transparenz sorgen und sicherstellen, dass keine belasteten Produkte mehr auf unseren Tellern landen“, fordert Madeleine Drescher von der NGO in Österreich. Die Regierung müsse ein PFAS-Verbot auf EU-Ebene unterstützen.
PFAS sind industriell hergestellte Chemikalien, die unter anderem in wasserabweisender Kleidung, fettabweisenden Papieren, Kosmetika und Körperpflegeprodukten vorkommen. Die höchste Belastung wurde in Innereien nachgewiesen, doch auch Eier und Milchprodukte enthalten geringe Mengen. Die Vielfalt der PFAS ist groß – laut OECD gibt es mindestens 4730 verschiedene Verbindungen.








