Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, handelt es sich um unterschiedliche Produkte. Der wichtigste Unterschied liegt bereits in der Herkunft. Prosecco ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung aus Italien. Er stammt aus bestimmten Regionen in Venetien und Friaul-Julisch Venetien und wird überwiegend aus der Rebsorte Glera hergestellt. Frizzante hingegen bezeichnet keine Herkunft, sondern eine Kategorie von Perlwein. Frizzante kann aus unterschiedlichen Rebsorten und Herkunftsgebieten stammen, auch aus Österreich. Entscheidend ist sein geringerer Kohlensäuredruck.
Während ein Frizzante üblicherweise einen Druck von etwa 1 bis 2,5 bar aufweist, liegt dieser bei einem Prosecco Spumante bei mindestens 3 bar und häufig deutlich darüber. Das macht sich im Glas bemerkbar: Die Perlage eines Prosecco wirkt feiner, anhaltender und lebendiger, während Frizzante meist etwas leichter und unkomplizierter erscheint. Geschmacklich bewegen sich beide Kategorien häufig in ähnlichen Welten. Frische Fruchtaromen, florale Noten sowie eine moderate Säure machen sie zu unkomplizierten Begleitern für viele Anlässe.
Vom Aperitif zum Umsatzbringer
Der Erfolg von Prosecco und Frizzante beruht nicht allein auf ihrem Geschmack. Sie stehen für Leichtigkeit, Geselligkeit und einen Hauch von Genusskultur. Gerade in der Gastronomie erfüllen sie mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie eignen sich als Aperitif, harmonieren mit Antipasti, Fischgerichten, sommerlichen Salaten und können auch als Basis für Cocktails eingesetzt werden. Gleichzeitig sprechen sie Gäste an, die zwar Wein trinken möchten, aber etwas Frisches und Unkompliziertes suchen. Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt: Prickelnde Getränke besitzen oft attraktive Kalkulationsmöglichkeiten und steigern den Durchschnittsbon, wenn sie aktiv angeboten werden. Auch saisonale Aperitifkarten können die Nachfrage steigern. Im Sommer sind Spritz-Variationen weiterhin gefragt, gleichzeitig suchen viele Gäste nach Alternativen zum Standardprogramm. Hausgemachte Kräutersirupe, regionale Fruchtsäfte oder Verjus eröffnen spannende Kombinationsmöglichkeiten. Ein weiterer Trend: hochwertige Schaum- und Perlweine glasweise anzubieten. Moderne Ausschanksysteme ermöglichen es, die Qualität über längere Zeit zu erhalten und Gästen den unkomplizierten Genuss einzelner Gläser zu ermöglichen.
Regionalität gewinnt an Bedeutung
Während italienischer Prosecco weiterhin eine starke Position innehat, wächst das Interesse an regionalen Alternativen. Österreichische Frizzante aus Grüner Veltliner, Welschriesling, Muskateller oder Zweigelt Rosé finden zunehmend ihren Platz auf den Getränkekarten. Viele Gäste schätzen heute nicht nur den Geschmack, sondern auch die Geschichte hinter dem Produkt. Auch bei den aktuellen Konsumtrends spielen Prosecco und Frizzante ihre Stärken aus. Gefragt sind frische, fruchtbetonte und moderat alkoholische Getränke, die unkomplizierten Genuss ermöglichen. Gleichzeitig steigt das Interesse an alkoholfreien Alternativen, weshalb alkoholfreie Sparkling-Produkte längst keine Nischenprodukte mehr sind.







