Und wieder geht ein Rekordsommer im Urlaubsland Österreich zu Ende: Wer weiß die Zugkraft der Kulturlandschaft und von regionalen Spezialitäten in der Gastwirtschaft nicht zu schätzen? Von Apfelstrudel bis Zwiebelrostbraten: Wenn Gäste typisch österreichische Gerichte bestellen, sind diese oft untrennbar mit dem Gedanken an die Herkunft vom Bauernhof verbunden. Als Gastgebende machen wir uns dieses Bild von kleinstrukturierter Landwirtschaft, die Österreich tatsächlich prägt, gerne dienlich. Doch welchen Dienst erweisen wir den bäuerlichen Familien, denen wir den ideellen Mehrwert verdanken?
Als Gesellschaft keinen guten, wie man den Schlagzeilen im Juli entnehmen konnte: Jeden Tag sperren in Österreich neun Bauernhöfe zu. Was besonders zu denken gibt: Neben vielfältigen betriebsspezifischen Gründen nennen Bäuerinnen und Bauern fehlende Wertschätzung in der Bevölkerung als Grund für die Hofaufgabe.
Wissen wir die Vielfalt an regionalen Lebensmitteln, die Landwirtinnen und Landwirte für uns herstellen, also wirklich nicht zu schätzen? Oder geben wir nicht eher vor, Österreich am Teller zu haben, auch wenn das sehr oft nicht der Fall ist? Denn heimische Erzeugnisse finden ihren Weg viel zu selten in die Gastronomie. Indem wir regionale Traditionen vermitteln, bei den Zutaten aber nicht auf entsprechende Herkunft setzen, erweisen wir jedoch nicht nur unserer Landwirtschaft, sondern langfristig auch unseren Regionen einen Bärendienst. Jene neun Höfe, die wir jeden Tag verlieren, legen Zeugnis davon ab.
Unsere österreichische Kulturlandschaft ist als Erholungsraum ohne Bauernhöfe unvorstellbar. Die Speisen auf den Tellern unserer Gäste sollten es auch sein. Dann können wir alle auch noch in Zukunft Österreich als Tourismusdestination authentisch nutzen.











