Die Aufdeckung eines Registrierkassenbetrugs in Millionenhöhe, an dem 20 Gastronomiebetriebe beteiligt sein sollen, sorgt für massive Unruhe in der Branche. Während die Steuerfahndung ermittelt, stellt sich die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) schützend vor die große Mehrheit der ehrlichen Betriebe und warnt eindringlich vor einer pauschalen Verurteilung der gesamten Gastronomie.
„Einzelfälle, die dem Ruf aller schaden“
Die Nachricht, dass Betriebe Eingaben aus der Registrierkasse mittels manipulierter Software verschwinden ließen, ist ein schwerer Schlag für das Vertrauen in die Branche. Dietmar Schöner, Obmann der Gastronomie in der WKNÖ, betont jedoch, dass es sich um „eine kleine Anzahl von Betrieben“ handle. Bei 8.000 gastronomischen Betrieben allein in Niederösterreich, so Schöner, „traue ich mich wirklich bei den meisten, dass ich die Hand ins Feuer lege“.
Hoher wirtschaftlicher Druck, aber keine Entschuldigung
Schöner verschließt die Augen nicht vor der angespannten Lage in der Branche: „Es ist ein harter Kampf momentan. Wir sehen täglich Schließungen, vor allem am Land wird es immer schwieriger.“ Dennoch stellt er unmissverständlich klar: „Aber ich glaube, das ist jetzt keine Entschuldigung, um auf solche Mittel zurückzugreifen.“
Die entscheidende Botschaft an die Öffentlichkeit und die Politik sei, dass pauschale Verurteilungen nun fehl am Platz seien. Die kriminellen Handlungen einiger weniger dürften nicht dazu führen, eine ganze Branche unter Generalverdacht zu stellen, die täglich unter schwierigen Bedingungen ehrlich wirtschaftet.
Wie der Betrug funktionierte
Nach derzeitigem Kenntnisstand war der Betrug wahrscheinlich nur möglich, wenn Gäste bar bezahlten und keine Rechnung verlangten. Die manipulierte Software ermöglichte es offenbar, diese Bareingaben nachträglich aus dem System zu löschen, ohne dass Kunden etwas davon bemerkten.
Der Vorfall rückt die seit 2016 bestehende Registrierkassenpflicht erneut in den Fokus. Für die überwältigende Mehrheit der Gastronomen, die sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, ist der entstandene Imageschaden besonders bitter. Die Branche hofft nun auf eine schnelle und lückenlose Aufklärung, um das Vertrauen der Gäste wieder vollständig zu festigen.







