Herr Reisetbauer, Umstieg auf den eigenen Vertrieb nach einer 18-jährigen Zusammenarbeit mit Kattus – warum?
Hans Reisetbauer: Das war kein leichter Entschluss, denn wir sind miteinander gewachsen. Aber bei Kattus hat sich die Ausrichtung etwas verändert und außerdem ist für uns der persönliche Kontakt das Wichtigste, und den wollten wir wieder selbst in der Hand haben. Ich fahre im Jahr im Schnitt 100.000 Kilometer, um mit unseren Kunden diese persönlichen Gespräch zu führen.
Was wird sich aufgrund des Direktvertriebes ändern, wo liegen die größten Herausforderungen?
Kattus hat für uns Gin und Vodka vertrieben, alles andere ist immer über uns gelaufen. Und ob wir jetzt auf die Palette auch noch die beiden Spirituosen draufpacken, macht nicht viel Unterschied. Als wir 2006 mit der Gin-Produktion, dem BLUE GIN, begannen, waren wir die ersten in Österreich. Zudem haben wir die Lizenz inklusive Produktion für Wien Gin übernommen und da passt das einfach besser. Die Herausforderungen liegen natürlich im personellen Bereich, dahingehend, dass wir mehr Mitarbeiter im Außendienst brauchen. Ein hochmotivierter Mitarbeiter beginnt bereits im Dezember, und dann schauen wir, ob wir noch einen weiteren brauchen!
Wo liegen die Chancen durch die Umstellung?
Eindeutig darin, dass es für den Kunden schneller geht. Auf einen Anruf mit Anfrage gibt’s innerhalb eines halben Tages eine Antwort. Und wir können größeren Kunden einen Zusatznutzen anbieten, wie zum Beispiel einen Kühler oder Gläser.
Wie sieht das mit dem Fuhrpark aus, wenn Sie alles direkt liefern?
Der wird um ein Auto aufgestockt und da sei die Anmerkung erlaubt, dass es alle E-Fahrzeuge sind, die auch in unserer eigenen Anlage aufgetankt werden.
Wohin geht der Trend bei Spirituosen in der Gastronomie?
In der gehobenen Gastronomie kann ich alles außer Obstler anbieten. Im Restaurant gehen am besten die Edelbrände, und in der Bar der Gin.
Sie produzieren ja, gemeinsam mit Roland Trettl, auch eine Bio-Sojasauce, wie geht die?
Ausverkauft! Ab Februar geht’s aber wieder los. Unsere Sojasauce ist glutenfrei und dafür muss sie acht Monate fermentieren. Wir geben zur Sicherheit noch zwei Monate drauf, weil ich ein Sicherheitsfanatiker bin. Und dann kommen wieder 20.000 Flaschen mit 0,2 l und 6.000 Flaschen mit 0,5 l in den Verkauf.
Was ist für Sie das Wichtigste, wenn Sie an Ihr Unternehmen denken?
Als Erstes die Qualität und die Mitarbeiter und dann natürlich die Kunden!
Vielen Dank für das Gespräch!





