Die Ergebnisse der aktuellen Restmüllanalyse für Niederösterreich sind alarmierend: Rund ein Viertel des Restmülls besteht aus biogenen Abfällen, davon landen pro Kopf jährlich etwa 21 Kilo gutes, genießbares Essen in der Tonne. Um diesem Problem entgegenzuwirken, starten die NÖ Umweltverbände die Schwerpunktkampagne „Tatort Tonne“. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Christian Macho, Präsident der NÖ Umweltverbände, präsentierten die Ergebnisse und die Kampagne im WSZ Pielachtal Nord in Markersdorf.
Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in die Tonne
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf verdeutlichte die Dimension des Problems: „Rund ein Viertel des Restmülls besteht aus biogenen Abfällen – also aus Grünabfällen und Lebensmitteln. Pro Kopf landen jedes Jahr rund 21 Kilo gutes, genießbares Essen im Restmüll.“ Er veranschaulichte dies mit einem eindringlichen Vergleich: In ganz Niederösterreich lande so viel Brot im Restmüll, wie die drei größten Städte Niederösterreichs – St. Pölten, Wiener Neustadt und Klosterneuburg – zusammen essen. Seine klare Botschaft: „Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in die Tonne.“
Gute Nachrichten gibt es hingegen bei der Mülltrennung von Leichtverpackungen („Ab ins Gelbe!“) und Altglas. Pernkopf betont: „Bewusstseinsbildung ist der Schlüssel. Wir wollen weder belehren, noch bestrafen, sondern aufmerksam machen, wie jeder einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten kann.“
Wertstoffe im Restmüll: Eine Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft
Christian Macho, Präsident der NÖ Umweltverbände, berichtete, dass sich in Niederösterreich zwar etwas bewege, aber noch Verbesserungspotenzial bestehe, um Abfälle zu vermeiden und mehr Wertstoffe in der Kreislaufwirtschaft zu halten. Rund ein Viertel des Restmülls, etwa 38 Kilo pro Kopf und Jahr, besteht aus Wertstoffen, die aus dem Kreislauf verloren gehen, wenn sie im Restmüll landen. Besonders besorgniserregend sind die rund 1,2 Kilogramm an Elektrogeräten und Batterien, insbesondere Lithiumbatterien, die als potenzielle Brandherde in Müllfahrzeugen eine große Herausforderung darstellen.
Bei den biogenen Abfällen verwies Macho auf 35.000 Tonnen genießbare Lebensmittel, die jährlich in den NÖ Haushalten in der Restmülltonne landen – ohne jene, die auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt werden. Dies entspricht einem Wert von 500 Euro und mehr pro Haushalt, der mit den Lebensmitteln entsorgt wird.
„Tatort Tonne“: Eine Kampagne für mehr Wertschätzung
Um dieser Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, starten die Umweltverbände die Schwerpunktkampagne „Tatort Tonne“. Christian Macho erklärt: „Gerade bei den Lebensmitteln fängt es bei der Einkaufsplanung, der Lagerung, der Resteverwertung und beim Unterscheiden von Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum an. Genau darauf setzen wir mit der Kampagne ‚Tatort Tonne‘.“ Die Kampagne wird mit einzelnen Sujets, die sich mit den jeweiligen Themen beschäftigen, über klassische Kanäle wie Plakate, digitale Werbeflächen, Social Media und Medienarbeit sowie durch die Beklebung von Müllfahrzeugen verbreitet. „Jedes weggeworfene Lebensmittel ist ein vermeidbarer Verlust und uns geht es darum, diese Verluste zu reduzieren“, so Macho abschließend.
Für die Gastronomie und Hotellerie ist die Reduzierung von Lebensmittelabfällen nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern auch der Wirtschaftlichkeit. Die Kampagne „Tatort Tonne“ kann auch hier Impulse setzen, um die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen und Ressourcen effizienter zu nutzen.






