Nach der Ankündigung im August ist das Sanatorium nun tatsächlich eröffnet. Am 5. September feierten Jakob und Albert Trummer das Grand Opening in der Wiener Postgasse 2. Das Konzept ist bewusst breiter angelegt als eine klassische Cocktailbar: Es verbindet Mixologie, Gastronomie, Kunst, Musik und Clubkultur unter einem Dach.
Für die Trummers ist die Rückkehr nach Wien auch ein Transfer internationaler Hospitality-Erfahrung. Jakob Trummer war unter anderem mit Konzepten der Tao Group und Bagatelle Group verbunden, Albert Trummer gilt als Wegbereiter der pharmazeutisch inspirierten Mixologie.
Pharmazeutische Mixologie als Markenzeichen
Im Zentrum des Barprogramms stehen Cocktails mit botanischen Infusionen, saisonalen Zutaten und Kräuteressenzen. Nach Angaben der Betreiber greifen einige Rezepturen auf historische Vorlagen zurück, die bis zu 150 Jahre alt sind.
Das Konzept soll dabei nicht allein über außergewöhnliche Drinks funktionieren. Die Betreiber verstehen das Sanatorium als Gesamterlebnis zwischen Wiener Salonkultur, Kaffeehauscharme und internationaler Barästhetik. Auch ein regelmäßiger Austausch der Barteams zwischen Wien und New York ist vorgesehen.
Ay-Vy bringt Kulinarik ins Haus
Gastronomisch ergänzt wird das Sanatorium durch die Ay-Vy Sushi Bar der RICEMONEY HOSPITALITY GROUP von Martin Ho. Verantwortlich für das kulinarische Konzept ist Chef Yuki Sakamoto. Auf der Karte stehen unter anderem Sushi-Kreationen, die an die frühere Handschrift der DOTS-Restaurants anknüpfen.
Damit entsteht innerhalb des Hauses bewusst eine Verbindung zwischen Bar und Küche. Gerade diese Kombination macht das Projekt aus Branchensicht interessant: Statt einzelne Gastronomie-, Bar- und Entertainmentangebote getrennt zu positionieren, werden mehrere Aufenthaltsanlässe an einem Standort gebündelt.
Club X zieht ebenfalls ein
Auch der Club X hat im Souterrain des Sanatoriums eine neue Heimat gefunden. Der Private Members Club übersiedelte nach vielen Jahren von der Wollzeile an den neuen Standort.
Das Sanatorium ist damit weniger ein einzelner Gastronomiebetrieb als ein Multi-Konzept aus Bar, Restaurant und Nightlife. Für die Wiener Hospitality-Szene ist gerade diese Verbindung bemerkenswert: Gäste sollen nicht für einen einzelnen Konsumanlass kommen, sondern möglichst mehrere Bereiche eines Hauses nutzen.
Internationales Konzept für Wien
Die Eröffnung zeigt zugleich einen Trend, der international bereits bei zahlreichen Hospitality-Konzepten zu beobachten ist: Gastronomie wird zunehmend als Erlebniswelt inszeniert. Küche, Bar, Design, Musik und Community sollen gemeinsam eine eigenständige Marke schaffen.
Mit dem Sanatorium bringen die Trummers diesen Ansatz nun nach Wien – und verbinden dabei ihre internationale Erfahrung mit einem bewusst österreichisch-wienerischen Umfeld.
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