Es gab eine Zeit, da war die Sache einfach. Weißwein. Sodawasser. Fertig. Der Spritzer war der unkomplizierte Begleiter lauer Sommerabende, ein Getränk ohne Allüren und ohne große Erklärungen. Heute hingegen braucht man mancherorts beinahe eine eigene Getränkekarte nur für die Spritzer-Varianten. Aperol Spritz, Hugo, Rosé Spritz, Limoncello Spritz, Sarti Spritz, Lavendel Spritz – und irgendwo tüftelt vermutlich gerade jemand an einem Matcha-Yuzu- Rosmarin-Spritz mit essbaren Blüten. Die Spritzer-Familie wächst schneller als jede Rebenanlage. Doch anstatt darüber die Nase zu rümpfen, sollte man die Entwicklung mit Gelassenheit betrachten.
Denn hinter jedem neuen Spritz steckt eigentlich dieselbe Sehnsucht: Leichtigkeit. Kaum ein Getränk verkörpert den Sommer so sehr wie ein gut gekühltes Glas mit Eiswürfeln, fruchtigen Aromen und einer angenehmen Perlage. Für die Gastronomie sind die zahlreichen Varianten sogar eine Chance. Sie bringen Farbe auf die Getränkekarte, schaffen Gesprächsstoff und laden zum Probieren ein. Ein kreativer Hausspritz mit regionalen Zutaten kann dabei genauso erfolgreich sein wie der klassische Aperol Spritz. Trotz aller Innovationen gilt jedoch eine goldene Regel: Die Basis muss stimmen. Ein Spritzer lebt von Frische, Balance und Qualität. Ein guter Wein bleibt auch unter Eiswürfeln ein guter Wein. Und manchmal erinnert uns gerade das daran, warum der klassische weiße Spritzer bis heute unsterblich geblieben ist.







