Lohnvorwürfe gegen Salzburger Traditionsbäcker Essl: Insolvenz und anhängige Verfahren

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Die Salzburger Traditionsbäckerei Essl, die mehrere Filialen in der Landeshauptstadt betreibt, steht im Verdacht, seit Jahren Löhne nicht fristgerecht, in zu geringer Höhe oder gar nicht ausbezahlt zu haben. Seit 2024 sind zahlreiche Beschwerden bei der Arbeiterkammer (AK) eingegangen, die den Fall als „unüblich in der Dimension“ bezeichnet.

Über 30 Ex-Mitarbeiter wenden sich an die Arbeiterkammer

Wie die Plattform ZackZack und die „Salzburger Nachrichten“ berichten, haben sich seit 2024 mehr als 30 ehemalige Mitarbeiter an die Arbeiterkammer Salzburg gewandt. Heimo Typplt, Leiter der AK-Rechtsschutzabteilung, schildert die Abläufe: „Die Leute arbeiten, werden aber nicht ordnungsgemäß bezahlt. Dann treten sie vorzeitig aus oder das Dienstverhältnis wird von der Essl GmbH beendet, wenn sich die Leute an uns wenden.“

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In den meisten Fällen habe die AK Klage beim Arbeits- und Sozialgericht einreichen müssen, da die geforderten Beträge nur teilweise oder gar nicht nachbezahlt wurden. Ende Jänner 2026 waren laut „SN“ erneut vier Verfahren am Arbeits- und Sozialgericht anhängig.

Operative Geschäftsführerin weist Vorwürfe zurück

Operative Geschäftsführerin der Bäckerei ist Stefanie Essl, die auch Bezirksobfrau des Wirtschaftsbundes Salzburg-Stadt war. Sie versicherte gegenüber „ZackZack“ und „SN“, dass die vom Gericht beauftragten Zahlungen erledigt seien und sie grundsätzlich immer den vereinbarten Lohn ausbezahlt habe. „Es liegt mir fern, Mitarbeiter nicht rechtens zu bezahlen.“ Sie vermutet, dass ehemalige Beschäftigte „einen wahnsinnigen Hass“ auf sie hätten, weil sie die Einhaltung der Arbeitszeiten einfordere.

Funktion im Wirtschaftsbund ruhend gestellt

In einer Medieninformation erklärte Stefanie Essl am Mittwoch, ihre Funktion als ehrenamtliche Bezirksobfrau des ÖVP-Wirtschaftsbundes in der Stadt Salzburg ab sofort ruhend zu stellen. Sie wolle sich der „positiven Abwicklung des laufenden Insolvenzverfahrens“ widmen.

Über die Essl GmbH wurde bereits im September 2024 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Verbindlichkeiten betrugen damals 482.000 Euro. Der vorgelegte Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent wurde von den Gläubigern angenommen, die Zahlungsfrist endet im Dezember 2026. Der Betrieb wurde mit zuletzt 25 Mitarbeitern weitergeführt.

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