Dienstag - 20.01.2026
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Das Recht auf Stillen in der Öffentlichkeit

Österreichweites Siegel kennzeichnet sichere Räume

Dass öffentliches Stillen auch heute noch als Tabu gilt, ist traurige Wahrheit. Laut aktuellen Still-Umfragen von MAM Babyartikel erleben zwei von drei stillenden Müttern (67,2 prozent) Diskriminierung in der Öffentlichkeit. 43 Prozent der Befragten lehnen öffentliches Stillen ab, jeder Fünfte hält es für unappetitlich oder unhygienisch. Dabei handelt es sich dabei nicht um einen Akt der Provokation, sondern schlicht um Fürsorge für ein menschliches Bedürfnis. Vor diesem Hintergrund hat MAM Baby 2023 das österreichische Still-Siegel ins Leben gerufen.

210 stillfreundliche Orte

Stillsiegel Das Bootshaus Ferdinand Querfeld
Auch das Bootshaus ist stolzer Träger des Stillsiegels.

Die Gastronomie zählt als Spitzenreiter an Orten, an denen stillende Frauen negative Erfahrungen erleben. Die Reaktionen reichen von abfälligen Blicken, abwertenden oder anzüglichen Bemerkungen bis hin zum Platzverweis. Doch das soll und muss nicht so bleiben. „Der öffentliche Raum soll sicherer werden für Stillende“, kommentiert Georg Ribarov, Stillsiegel-Initiator und Country Manager Austria bei MAM. Mittlerweile tragen 210 Betriebe aus ganz Österreich das Siegel. Es sind Unternehmen, die sich zu einem stillfreundlichen Klima sowie der Österreichischen Stillcharta bekennen. Neben Cafés und Restaurants, können sich auch Museen, Hotels, Bibliotheken und andere öffentliche Räume der Initiative anschließen. Unter den Siegelträgern finden sich etwa Kolariks Luftburg, alle Primark-Filialen, die Volkshochschulen Wien, der Tierpark Herberstein oder das Bootshaus.

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Ein Tabu mit Geschichte

Warum das Stillen in der Öffentlichkeit immer noch polarisiert, erklärt die klinische Psychologin Sanja Prochazka-Piplica: „Das Tabu hat historische und kulturelle Wurzeln: Weibliche Körper werden seit jeher sexualisiert. Viele Mütter spüren, dass sie sich rechtfertigen müssen – das zeigt, wie stark unausgesprochene Schamregeln wirken.Stillen sollte kein Versteckspiel für Mütter sein – wir alle können Offenheit und Unterstützung zeigen.“

Auch Hebamme Johanna Eitzenberger vom Hebammenzentrum Wien unterstützt die Still-Aktion: „Stillen ist bekanntlich viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es stillt Nähe, Hunger und Durst – gerade jetzt in der Sommerhitze. Dabei ist zentral, dass die Bedürfnisse eines Babys unmittelbar gestillt werden, damit es sich gesund entwickeln kann“ kommentiert die Hebamme. Nur durch eine fürsorgliche und zeitnahe Reaktion auf die frühkindlichen Bedürfnisse könne eine starke Bindung zwischen Eltern und Baby aufgebaut und die Basis für eine gesunde kognitive Entwicklung gelegt werden, erklärt die Expertin.

Zivilgesellschaftliches Signal

Dass es Bewegung gibt, zeigte der 7. August 2025 am Heldenplatz in Wien: Mehr als 150 Eltern, Hebammen, Babys und Unterstützer setzten ein Zeichen für die Normalisierung des Stillens. „Wir sind begeistert, dass sich so viele eingefunden haben, um gemeinsam ein Signal an die Öffentlichkeit zu richten! Das Füttern von Babys ist zu jeder Zeit und an jedem Ort in Ordnung! Mütter und ihre Babys entscheiden und wissen, was das Beste für sie ist“, sagen die Initiatoren des Still-Stands, Sabrina Krejan und Georg Ribarov.

www.stillsiegel.at

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