Montag - 09.02.2026
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Südburgenland: Debatte um Tourismuszahlen und die richtige Strategie

Eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Stegersbacher Hotelier Johann Haberl (Larimar) und Burgenland-Tourismus-Direktor Didi Tunkel wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und unterschiedlichen Perspektiven innerhalb der heimischen Tourismusbranche. Im Kern der Debatte stehen sinkende Nächtigungszahlen in Teilbereichen, die Wirksamkeit von Marketingmaßnahmen und die umstrittene Erhöhung der Ortstaxe.

Unterschiedliche Perspektiven auf die Marktentwicklung

Die Kritik des Hoteliers entzündet sich an wahrgenommenen Rückgängen bei den Nächtigungen und einem als unzureichend empfundenen Marketing für die Region. Tourismus-Direktor Tunkel räumt zwar punktuelle Rückgänge ein, verweist jedoch auf eine differenzierte Gesamtentwicklung. Er präsentierte Zahlen, die zeigen, dass private Zimmervermieter im selben Zeitraum um fast 50 Prozent zugelegt haben.

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Tunkel argumentiert, dass der Tourismus nicht an Bezirksgrenzen halt mache und die Gesamtschau für den Süden des Burgenlandes ein positives Bild zeige. Die Region verzeichne insgesamt mehr Gäste als je zuvor, was für die Breite und Attraktivität des Angebots spreche.

Marketing-Initiativen und die Ortstaxe-Debatte

Dem Vorwurf der Untätigkeit tritt Tunkel mit dem Verweis auf zahlreiche umgesetzte Maßnahmen entgegen. Dazu zählen gezielte Marketingkampagnen, die Schaffung neuer Rad- und Wanderangebote, diverse Veranstaltungen, ein eigenes Magazin sowie digitale Services. Er stellt in den Raum, dass die Wahrnehmung dieser Initiativen auch von der Bereitschaft der Betriebe abhänge, sich aktiv zu informieren.

Besonders kritisch sieht Tunkel das öffentliche „Schlechtreden“ des eigenen Standorts, das die gesamte Region schwäche. Die viel diskutierte Erhöhung der Ortstaxe um zwei Euro werde in ihrer Wirkung überschätzt; die Debatte darüber sei lauter als der tatsächliche Einfluss auf die Buchungsentscheidung der Gäste.

Ein Fallbeispiel für die gesamte Branche

Die Debatte im Südburgenland ist symptomatisch für die Herausforderungen, vor denen viele Tourismusregionen stehen. Sie verdeutlicht den Strukturwandel, bei dem traditionelle Hotelbetriebe zunehmend mit dem stark wachsenden Markt der privaten Vermietungen konkurrieren.

Für die Gastronomie und Hotellerie wirft dieser Fall wichtige strategische Fragen auf:

  • Wie werden Erfolge gemessen? Sind reine Hotelnächtigungen noch der alleinige Maßstab, oder muss die gesamte touristische Wertschöpfungskette, einschließlich privater Anbieter, betrachtet werden?
  • Wie effektiv sind regionale Marketingmaßnahmen? Erreichen sie die Betriebe und führen sie zu messbaren Erfolgen?
  • Wie wichtig ist eine geschlossene Kommunikation? Öffentliche Auseinandersetzungen können dem Image einer gesamten Destination schaden.

Die Auseinandersetzung im Südburgenland zeigt, dass ein offener Dialog über Daten, Strategien und die gemeinsame Ausrichtung für die Zukunftsfähigkeit einer Tourismusregion unerlässlich ist.

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