Tirols Tourismusstatistik weist für die bisherige Wintersaison ein positives Ergebnis aus. Nach fünf von sechs Monaten stehen 24,7 Millionen Nächtigungen (+2,8%) und 5,7 Millionen Gästeankünfte (+3,9%) zu Buche. Diese Zahlen sind erfreulich, dürfen jedoch nicht über die Herausforderungen für die Betriebe hinwegtäuschen. Gleichzeitig bestätigt eine aktuelle Studie die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Land.
Positive Bilanz trotz globaler Krisen und Herausforderungen
Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber fasst das aktuelle Ergebnis zusammen: „Trotz globaler Krisen und wirtschaftlicher Herausforderungen fällt die bisherige Bilanz der Wintersaison gemessen an der Nachfrage positiv aus, daher dürfen wir durchaus zufrieden damit sein.“ Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist leicht auf 4,3 Tage zurückgegangen.
Landesrat Gerber betont: „Die ungebrochene Lust auf Urlaub in Tirol und die damit verbundene robuste Entwicklung der Nachfrage ist angesichts der aktuellen geopolitischen Lage keine Selbstverständlichkeit, sondern zeugt vom großen Engagement der Branche.“ Der Tourismus unterstreicht damit seine Rolle als stabilisierende Kraft für die heimische Wirtschaft und das Land insgesamt.
Tourismus als Wirtschaftsmotor für Tirol
Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) zum Tourismusjahr 2024/25 veranschaulicht die wesentliche Bedeutung des Tourismus. Landesrat Gerber zitiert aus der Studie: „Der Tourismus entfaltet über direkte, indirekte und induzierte Effekte eine breite Wirkung, sodass die Wertschöpfung insgesamt 10,2 Milliarden Euro beträgt.“ Mehr als jeder vierte Euro in Tirol wird im Zusammenhang mit dem Tourismus erwirtschaftet. Fast 83.000 Vollzeitäquivalente und damit mehr als jeder vierte Arbeitsplatz in Tirol stehen in Zusammenhang mit dem Tourismus und sichern damit Jobs und Einkommen. Zudem löst die Branche Steuern und Abgaben in Höhe von 6,3 Milliarden Euro aus.
Nahmärkte bilden Fundament, März und April als Herausforderung
Die Bedeutung der Nahmärkte zeigt sich einmal mehr. Mit 12,4 Millionen Nächtigungen (+3,1%) tragen Gäste aus Deutschland weiterhin die Hälfte des Tiroler Nächtigungsvolumens im Winter bei. Dahinter folgen die Niederlande mit 3,8 Millionen Nächtigungen (+0,3%) und der Heimmarkt Österreich mit 1,6 Millionen Nächtigungen (+2,2%).
Während die Quellmärkte stabil bleiben, verschiebt sich das Reiseverhalten der Gäste. Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler bringt es auf den Punkt: „Sie fokussieren ihre Urlaube in Richtung der Kernmonate Dezember bis Februar.“ Die Nachfrage im März und April geht zurück, da die Menschen sich in Richtung Sommeraktivitäten orientieren. Die Tirol Werbung investiert daher in den „Gletscherfrühling“ und Livebilder aus den Skigebieten, um den Spätwinter stärker ins Bewusstsein potenzieller Gäste zu bringen. Zudem wurde das Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus“ initiiert, um passende Angebote für die Monate März und April zu entwickeln.
Kleine Betriebe unter Druck
Alois Rainer, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, konstatiert:
„Hohe Nachfrage ist nicht gleichbedeutend mit hohen Erträgen.“
Der aktuelle Fitness-Check zeigt, dass vor allem kleine Betriebe aufgrund von Preissteigerungen und gestiegenen Mitarbeiterkosten unter Druck stehen und vielfach negative Ergebnisse schreiben. Dies betrifft Tirol aufgrund der familiengeprägten Unternehmensstruktur in besonderem Maße.






