Die Prodinger Tourismusberatung hat im Auftrag der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft eine Wertschöpfungsstudie durchgeführt, die eindrucksvoll belegt, welche volkswirtschaftlichen Effekte der Tourismus für Kommunen und Regionen hervorbringt. Am Beispiel der Gemeinde Zell am See zeigt die Analyse, dass die Bedeutung des Tourismus für Wohlstand, Beschäftigung und Infrastrukturentwicklung vielerorts massiv unterschätzt wird.
Tourismus sichert Wohlstand weit über die Branche hinaus
Die Studie belegt, dass touristische Aktivitäten nicht nur direkte Umsätze generieren, sondern eine Kette indirekter und induzierter Effekte auslösen: Von Wertschöpfung in Hotellerie und Gastronomie über Beschäftigung bis hin zu Steuern und regional verankerten Investitionen. Diese gesamtwirtschaftliche Perspektive zeigt, wie eng der Hospitality-Sektor mit Handwerk, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Handel und kommunalen Dienstleistungen verflochten ist.
Mag. Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO, erklärt: „Die Ergebnisse unserer Wertschöpfungsstudie liefern eine belastbare Grundlage für Standortentwicklung, Förderentscheidungen und regionale Strategieprozesse. Gerade in alpinen Räumen ist der Tourismus der entscheidende wirtschaftliche Stabilitätsanker.“
Zell am See: Ein Beispiel für touristische Dynamik
Die Ergebnisse für Zell am See verdeutlichen die Dynamik des Tourismus:
- 102 Millionen Euro Umsatz in der Hotellerie
- 38 Millionen Euro Umsatz in der Gastronomie
- 990 Vollzeitäquivalente, die durch beide Sektoren gesichert werden
- 28,8 Millionen Euro fließen als Steuern und weiteren Einnahmen an die öffentliche Hand zurück (davon 6,4 Millionen Euro unmittelbar an die Gemeinde und den TVB)
Zusätzlich aktivieren touristische Investitionen jährlich beträchtliche regionale Wirtschaftskreisläufe: 21,4 Millionen Euro Investitionsvolumen aus Hotellerie und Gastronomie bleiben zu 70 Prozent in der Region und führen zu einem Wertschöpfungsimpuls von rund 15 Millionen Euro im Umkreis von 60 Kilometern. Die Gesamtwertschöpfung der Sektoren Hotellerie und Gastronomie für das Jahr 2024 beträgt 105 Millionen Euro. Pro Nächtigung entstehen 119 Euro regionale Wertschöpfung. Damit gilt: Von jedem in Hotellerie und Gastronomie ausgegebenen Euro bleiben 74 Cent in der Region.
Alpine Regionen besonders abhängig vom Tourismus
Die Studie ordnet die Ergebnisse in einen überregionalen Kontext ein:
- In vielen alpinen Gemeinden ist der Tourismus die einzige tragfähige Wirtschaftsgrundlage.
- Rund 60 Prozent aller Nächtigungen im Winter entfallen auf alpine Regionen (mit besonders hoher Ausgabenintensität pro Gast).
- Touristische Ausgaben erzeugen direkte, indirekte und induzierte Effekte über Zulieferer, Handwerk, Bauwirtschaft, Renovierungen und die lokale Landwirtschaft.
Tourismus als strategischer Standortfaktor
Marco Riederer, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, resümiert: „Der Tourismus schafft Einkommen, finanziert Infrastruktur und stabilisiert regionale Arbeitsmärkte. Sein Wert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und regionalen Wohlstand ist deutlich höher, als es die bisherige politische und öffentliche Wahrnehmung widerspiegelt.“
Die Prodinger Tourismusberatung unterstützt Gemeinden, Regionen und Tourismusverbände bei der Erhebung, Modellierung und Kommunikation regionaler Wertschöpfung. Der Destination Value Score liefert Entscheidungsgrundlagen für Raum- und Standortentwicklung, Investitions- und Förderstrategien, Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sowie die faktenbasierte Kommunikation gegenüber Bevölkerung, Politik und Medien.







