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Transparenz auf der Speisekarte? Jetzt erst recht!

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Manche jubeln, manche protestieren: Das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist so gut wie fix. Künftig können Lebensmittel aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay billiger in die EU importiert werden. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten, aber auch Risiken. Ich frage mich: Sind wir uns dieser bewusst – und ist es uns das wirklich wert?

Das argentinische Steak wird uns eher nicht im Supermarkt begegnen, sondern im Restaurant – und das leider oft anonym. Keine Frage, manche Steakfans schwören auf Rindfleisch aus der Pampa und entscheiden sich bewusst dafür. Aber was ist, wenn ich lieber auf Regionalität achten möchte? Wenn ich sicher sein will, dass das Fleisch unter unseren hohen Tierwohl-, Umwelt- und Sozialstandards produziert wurde? Für mich rückt dabei eines ganz besonders in den Mittelpunkt: Transparenz. Wird in der Speisekarte nicht mit der Herkunft geworben, ist der Ursprung der Lebensmittel für die Gäste meist nicht nachvollziehbar. Das nimmt ihnen die Möglichkeit, frei zu entscheiden – und das halte ich für problematisch.

Herkunftskennzeichnung ist keine Schikane für die Gastronomie, sondern eine Chance, Haltung zu zeigen. Wer importierte Ware verwendet, sollte das offen kommunizieren. Wer regionale Produkte einsetzt, kann sich klar positionieren – warum so eine Top-Qualität verstecken? Jede Speisekarte ist auch ein Einkaufszettel und damit ein Produktionsauftrag. Die Gastronomie hat eine enorme Hebelwirkung für unsere Versorgungssicherheit und sogar für unseren Tourismuserholungsraum: Wie soll heimisches Rindfleisch langfristig überhaupt noch produziert werden, wenn es keinen Platz auf der Speisekarte bekommt?

Ich bin überzeugt: Transparenz ist kein Nachteil, sondern ein Qualitätsmerkmal. Gäste sind bereit, für ehrliche Lebensmittel mehr zu bezahlen. Wer Herkunft benennt, schafft Vertrauen und gibt Entscheidungsfreiheit. Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten macht eines klar: Die Frage ist nicht, ob eine durchgängige Herkunftskennzeichnung relevant ist, sondern wie lange wir sie noch aufschieben wollen.

Maria Fanninger ist Mitbegründerin von Land schafft Leben. Der unabhängige und unpolitische Verein klärt über die Produktion österreichischer Lebensmittel auf und schafft Bewusstsein bei Konsumenten.
Maria Fanninger ist Mitbegründerin von Land schafft Leben. Der unabhängige und unpolitische Verein klärt über die Produktion österreichischer Lebensmittel auf und schafft Bewusstsein bei Konsumenten.

 

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