Tradition hat nicht zwangsläufig mit Tierleid zu tun – und genau das zeigt sich beim aktuellen Trend rund um das „Martini-Gansl“. In Österreichs Gastronomie gewinnen vegane Alternativen zum klassischen Gänsebraten zunehmend an Bedeutung. Laut aktuellen Zahlen stammen über 60 Prozent der Martini-Gänse aus dem Ausland, vielfach aus Ungarn oder Polen, und wurden unter Bedingungen aufgezogen, die aus Sicht von Tierschutzorganisationen problematisch sind.
Für viele Gastgeberbetriebe eröffnet sich damit eine doppelte Chance: Einerseits können sie Gäste bedienen, die bewusst keine Fleischgerichte essen möchten, andererseits setzen sie damit auch ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit und Tierwohl. Einige Restaurants bieten bereits das sogenannte „Vegansl“ an – eine pflanzliche Variante des traditionellen Gerichts, die ganz ohne Gänsefleisch auskommt, aber in gewohnter Festtags-Atmosphäre serviert wird.
Damit verschiebt sich nicht nur das kulinarische Angebot, sondern auch die Kommunikation: Betriebe sollten im Vorfeld transparent machen, welche Produkte wie verwendet werden – Herkunft, Haltung, Alternative. Ein bewusster Ersatz kann das Gastronomie-Erlebnis bereichern und neue Zielgruppen erschließen.








