Montag - 09.02.2026
Werbung
Werbung

Veganuary am Würstelstand

Ein mutiges Experiment in der Wiener Traditionsgastronomie

Anlässlich des „Veganuary“ stellt der Wiener Würstelstandbetreiber Mike Lanner das Sortiment an seinen beiden Standorten für den gesamten Jänner auf komplett fleischlos um. Dieses Experiment in der traditionsreichen Wiener Würstelstand-Kultur sorgt für gemischte Reaktionen und bietet spannende Einblicke in die sich wandelnden Konsumgewohnheiten.

Ein Monat ohne Fleisch

Lanner, der seine Standorte in der Pfeilgasse (Josefstadt) und bei der U4-Station Spittelau betreibt, sieht die Aktion als spannendes Experiment. Er ist überzeugt, dass die Wiener neugierig sind und die pflanzlichen Alternativen probieren werden. Sein Sortiment war bereits vor der Aktion zu 60 Prozent pflanzlich, das Fleisch stammte ausschließlich aus Biobetrieben. Die Umstellung ist für ihn ein konsequenter Schritt. Er argumentiert, dass eine Wurst letztlich eine „gefüllte Haut“ sei, in der auch Pilze und Gemüse Platz hätten.

Werbung

Das vegane Angebot umfasst unter anderem eine pflanzliche „Currywurst“, „Southern Style Backhendl“, einen „Kopenhagen Dog“ und eine „Original Bosna“. Lanner ist von der Qualität seiner Produkte so überzeugt, dass er eine Geld-zurück-Garantie anbietet. Eine Verlängerung der Aktion über den 31. Jänner hinaus sei denkbar.

Gemischte Reaktionen aus der Branche

Die Aktion stößt auf unterschiedliche Meinungen. Organisationen wie die Vegane Gesellschaft Österreich und der Verein gegen Tierfabriken begrüßen den Schritt und sehen darin ein „kulinarisches Highlight des Veganuary 2026“ sowie einen „mutigen Schritt in die richtige Richtung“. Sie verweisen auf den generell rückläufigen Fleischkonsum.

Andere Würstelstandbetreiber wie Sepp Bitzinger (Würstelstand bei der Albertina) zeigen sich skeptisch. Er hinterfragt, warum vegane Produkte Fleisch imitieren und äußert Bedenken hinsichtlich des hohen Industrialisierungsgrades und des gesundheitlichen Werts im Vergleich zu Fleisch. Gleichzeitig räumt aber auch er ein, dass ein generell reduzierter Fleischkonsum in der Bevölkerung wünschenswert sei.

Relevanz für die Gastronomie

Das Experiment von Mike Lanner ist ein interessantes Fallbeispiel für die gesamte Gastronomiebranche. Es zeigt, wie Traditionsbetriebe auf neue Ernährungstrends reagieren und neue Zielgruppen ansprechen können. Die Debatte um die Aktion verdeutlicht die Spannung zwischen traditioneller Kulinarik und innovativen, pflanzlichen Konzepten. Für Gastronomen bietet der „Veganuary“ eine Gelegenheit, mit neuen Angeboten zu experimentieren und die Akzeptanz bei den Gästen zu testen.

Werbung

Aktuell

Faq
tipp

GASTRO Links

Werbung
Jobs
Diese und viele weitere Jobs gibt es auf gastro-karriere.at
Im Trend

GASTRO-NEWSLETTER

Um über die neuesten Nachrichten, Angebote und Sonderankündigungen auf dem Laufenden zu bleiben.








Cover Storys