Ein Jahr nach der Einführung des Einwegpfands zieht Vöslauer eine positive Zwischenbilanz. Die Getränkebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, doch das österreichische Mineralwasserunternehmen bleibt stabil. Während der Gesamtmarkt zwischen Jänner und September um 12,7 Prozent sank, verzeichnete Vöslauer nur einen Rückgang von 7,7 Prozent. Mit einem Marktanteil von rund 39 Prozent im Mineralwassersegment und seit 2023 auch führend im Near-Water-Bereich, demonstriert das Unternehmen seine Widerstandsfähigkeit. „Dass Vöslauer unter den Top-Marken den geringsten Absatzrückgang aufweist, unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Vorbereitung sowie konsequenter Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit“, erklärt Geschäftsführer Herbert Schlossnikl.
Mehrweg und Vöslauer Flavours als Wachstumstreiber
Besonders dynamisch entwickelten sich 2025 die Bereiche Mehrweg und Near-Water-Produkte. Das Sortiment Vöslauer Flavours erzielte ein Umsatzplus von 14,3 Prozent und einen Absatzanstieg von 12,9 Prozent. Das Mehrwegsegment legte sogar um 16 Prozent zu. „Seit der Einführung des Einwegpfands beobachten wir eine Veränderung im Konsumverhalten: Konsumenten greifen verstärkt zu Mehrweg – ein Trend, auf den wir seit Jahren konsequent hinarbeiten“, sagt Yvonne Haider-Lenz, Leiterin Marketing, Unternehmenskommunikation und Innovation. Vöslauer ist das einzige Unternehmen in Österreich, das sowohl PET- als auch Glas-Mehrwegflaschen anbietet.
Pläne für 2026
Vöslauer setzt zudem konsequent auf kontinuierliche Produktentwicklung. Vor diesem Hintergrund steht 2026 ein bedeutender Schritt bevor: Am Standort Bad Vöslau wird eine Aseptik-Anlage in Betrieb genommen, die den Einstieg in neue Produktkategorien erlaubt. Die Investition von 19 Millionen Euro verteilt sich auf 15 Millionen für die Anlage selbst und vier Millionen für die zugehörige Infrastruktur. „Die neue Aseptik-Anlage erweitert das Innovationsportfolio von Vöslauer erheblich und ermöglicht die Entwicklung neuer funktionaler Produkte“, erläutert Yvonne Haider-Lenz. Für 2026 plant das Unternehmen die Markteinführung von sechs neuen Produkten, zwei davon bereits im Jänner.
Deutschland als Zukunftsmarkt
Für Vöslauer gewinnt zudem der deutsche Markt zunehmend an Bedeutung. Rund 70 Millionen verkaufte Flaschen pro Jahr, ein Distributionsgrad von 90 Prozent und hohe Resonanz auf Marken- und Haltungskampagnen untermauern die wachsende Präsenz. Mit der Gründung der Vöslauer Deutschland GmbH Ende 2023 und dem neuen Büro in Frankfurt 2025 wird die Nähe zu Handelspartnern und Konsumenten verstärkt.
Auch Nachhaltigkeit bleibt ein Kernpfeiler des Unternehmens. Alle Einweggebinde bestehen aus 100 Prozent rePET, die Produktion erfolgt zu 100 Prozent mit Ökostrom. Seit 2005 konnte Vöslauer die CO₂-Emissionen halbieren. Mit der Agenda „Nach und nach nachhaltiger“ sollen bis 2030 weitere 28 Prozent eingespart werden, ohne auf Kompensation zurückzugreifen. Investitionen in Effizienzsteigerungen, erneuerbare Energien, Materialreduktion, Kreislaufwirtschaft und E-Mobilität bilden die Grundlage für dieses ambitionierte Ziel.







