Das Jahr 2025 war für die österreichische Weinwirtschaft herausfordernd. Die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage führte sowohl im Inland als auch im Export zu Rückgängen. Ein genauer Blick auf den nun vorliegenden Jahresbericht 2025 der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) zeigt jedoch, dass sich heimischer Wein in einem global schwierigen Umfeld vergleichsweise solide behaupten konnte und insbesondere in der Gastronomie seine dominante Stellung untermauert.
Gastronomie: Unangefochtene Marktführerschaft trotz Konsumzurückhaltung
Für die heimische Gastronomie und Hotellerie liefert der Bericht eine zentrale Bestätigung: Österreichischer Wein bleibt der klare Marktführer auf der Weinkarte. Mit einem Mengenanteil von knapp 90 Prozent und einem Wertanteil von über 80 Prozent ist er die unangefochtene Nummer eins.
Gleichzeitig spiegeln die Zahlen die allgemeine Konsumzurückhaltung wider: Zwischen Jänner und September 2025 sank der Weinabsatz im Gastronomie-Großhandel mengenmäßig um 4,6 Prozent, während der Umsatz mit einem Minus von 0,9 Prozent nahezu stabil blieb. Das Verkaufsniveau liegt damit weiterhin unter jenem vor der Corona-Pandemie.
„Der Weinsektor steht derzeit weltweit unter Druck – steigende Kosten, ein verändertes Konsumverhalten und wirtschaftliche Unsicherheiten betreffen praktisch alle Weinländer“, betont Chris Yorke, Geschäftsführer der ÖWM.
Marketing-Offensive zur Stärkung des heimischen Marktes
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, setzt die ÖWM verstärkt auf breitenwirksame Kampagnen. Nach einer großen Gastronomie-Kampagne 2024 wurde 2025 mit „Rot kann auch cool.“ gezielt der Absatz österreichischer Rotweine unterstützt. Für 2026 ist eine breit angelegte, österreichweite Werbekampagne zur rot-weiß-roten Banderole geplant, die den Fokus auf Genuss, Herkunft und Qualität legt. Parallel dazu spricht die neue Marke „rot weiss rosé“ gezielt jüngere Konsumenten an.
Export: Herausforderungen und Chancen
Im Export war das Jahr 2025 von der kleinen Erntemenge 2024 geprägt, die zu Einschränkungen in der Marktversorgung führte. Der wichtigste Exportmarkt Deutschland schwächelte, während andere Märkte wie Kanada, Skandinavien, Japan und China dynamisches Wachstum zeigten.
Positiv vermerkt die ÖWM, dass die Stilistik österreichischer Weine – hohe Qualität, umweltbewusste Produktion und eine gefragte Frische – den aktuellen internationalen Geschmack trifft. Der Jahrgang 2025 verspricht wieder fruchtige und trinkfreudige Weine in guter Menge, was die Versorgungslage entspannen dürfte.
Wein als bedeutender Wirtschaftsfaktor
Eine im Auftrag der ÖWM durchgeführte Wertschöpfungsstudie belegt die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Branche:
- 3,8 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung (0,9 % der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs)
- Über 68.000 gesicherte Arbeitsplätze
- Rund 1,2 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben jährlich
Für die Gastronomie und Hotellerie ist die Weinwirtschaft somit nicht nur ein Lieferant, sondern ein zentraler Partner, der maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung und zur Attraktivität des Standorts Österreich beiträgt.







