Die Auszeichnung geht an Wels in der Kategorie der Städte zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern. Die internationale Jury würdigte insbesondere die Verbindung aus Weihnachtskultur, Tradition, Bürgerbeteiligung, Familienfreundlichkeit und der Inszenierung der gesamten Innenstadt. Neben Wels wurden Barcelona als „European Capital of Christmas“ und Kirkop auf Malta als „European Village of Christmas“ ausgezeichnet.
Aus einem Markt wurde eine Weihnachtswelt
Die Welser Weihnachtswelt setzt bewusst nicht auf einen einzelnen Weihnachtsmarkt, sondern auf die Bespielung der gesamten Innenstadt. Handel, Gastronomie, Kunsthandwerk, Lichtinszenierungen und mehrere Veranstaltungsorte werden miteinander verbunden.
Herzstück bleibt die Bergweihnacht am Stadtplatz. 2026 kommt dort eine rund 550 Quadratmeter große Echt-Eisfläche hinzu. Eine neue Christkindbühne soll täglich für zusätzliche Programmpunkte sorgen. Neu ist außerdem ein Kunsthandwerksmarkt am Minoritenplatz. Insgesamt präsentieren rund 120 Beschicker ihre Angebote.
Auch mehr als 350 Geschäfte und Lokale werden in das Gesamtkonzept eingebunden. Damit soll die Weihnachtswelt nicht nur Besucher anziehen, sondern Frequenz auch in Handel und Gastronomie bringen.
Knapp eine halbe Million Euro für den Ausbau
Im Jahr der europäischen Auszeichnung wird das Angebot deutlich erweitert. Knapp 500.000 Euro fließen laut Aussendung in Infrastruktur und Weiterentwicklung. Allein die Welser Christkind GmbH investiert mehr als 250.000 Euro, unter anderem in Kunsthandwerkshütten, eine neue Krippe, die Christkind-Eisbahn und eine neue Bühne.
Auch der Lichterpfad wächst weiter. 2026 umfasst er 2,2 Kilometer mit 31 Installationen, mehr als 850.000 LED-Lichtpunkten und rund 70 Kilometern Lichterketten.
Adventgäste sorgen für hohe Wertschöpfung
Für Tourismus und Gastronomie ist die Vorweihnachtszeit längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Laut Oberösterreich Tourismus geben Adventgäste durchschnittlich mehr als 265 Euro pro Person und Aufenthaltstag aus. Im Jahresdurchschnitt liegt der Wert in Oberösterreich bei gut 200 Euro.
In der Region Wels werden im November und Dezember rund 40.000 Nächtigungen verzeichnet. Während der Weihnachtszeit wurden in den vergangenen Jahren rund 800.000 Frequenzen in den Fußgängerzonen beziehungsweise knapp eine Million Besucher auf Basis von Mobilfunkdaten gemessen.
Advent wird zum eigenen Reisemotiv
Auch österreichweit gewinnt das Thema an Gewicht. Im November 2025 wurden 5,7 Millionen Nächtigungen registriert, im Dezember weitere 13,9 Millionen. Laut Gästebefragung T-MONA besuchten im Dezember 2025 44 Prozent der Österreich-Gäste einen Advent- oder Weihnachtsmarkt.
Für die Branche besonders interessant: Neben Atmosphäre und Weihnachtsflair zählen auch Shopping, Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und regionale Kultur zu den wichtigen Motiven. Oberösterreich Tourismus verweist zudem darauf, dass nicht die Größe eines Marktes entscheidend sei, sondern vor allem Qualität, Regionalität und Gestaltung. Mit dem Titel „European City of Christmas 2026“ erhält Wels damit nicht nur eine touristische Auszeichnung, sondern zusätzliche internationale Sichtbarkeit für ein Adventkonzept, das Innenstadt, Gastronomie, Handel und Tourismus eng miteinander verbindet.
https://www.oberoesterreich-tourismus.at/
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