Ein eigener Wein auf der Karte ist mehr als nur eine zusätzliche Position im Sortiment. Immer mehr Gastronomiebetriebe nutzen Sonderabfüllungen, exklusive Labels oder gemeinsam mit Winzern entwickelte Cuvées, um ihre eigene Marke zu stärken. Ein aktuelles Beispiel liefert die Neue Hoheit im Rosewood Vienna: Gemeinsam mit Winzer Bernhard Ott wurde ein Grüner Veltliner mit exklusivem Neue-Hoheit-Label aufgelegt.
Exklusivität auf der Weinkarte
Beim neuen Wein handelt es sich um den Ott Am Berg Grüner Veltliner 2025. Die Trauben stammen aus Weingärten am Wagram und im Kamptal, unter anderem rund um Feuersbrunn, Gösing und Fels. Der Wein wird von Bernhard Ott seit Jahren als Einstiegswein des Hauses positioniert und stammt aus biologischem Anbau. Für die Neue Hoheit erhält er nun ein eigenes Label und ist dort glasweise sowie flaschenweise erhältlich.
Für den Gast entsteht dadurch Exklusivität: Er trinkt nicht irgendeinen Grünen Veltliner, sondern einen Wein, der unmittelbar mit dem Restaurant verbunden ist.
Wein wird Teil der Markenwelt
Gerade in der gehobenen Gastronomie reicht eine umfangreiche Weinkarte längst nicht mehr aus, um sich zu differenzieren. Gefragt sind Produkte, die eine Geschichte erzählen und möglichst eng mit dem jeweiligen Betrieb verbunden sind.
Ein eigener Wein kann genau diese Funktion übernehmen. Er lässt sich in das gastronomische Konzept integrieren, kann speziell zur Küche ausgewählt werden und stärkt gleichzeitig die Wahrnehmung der Restaurantmarke.
Die Neue Hoheit setzt bereits stark auf Wein und Getränke als Teil ihres Gesamtkonzepts. Die Bar positioniert sich mit Cocktails, Champagner, Austern und Aussicht als eigenständige Destination innerhalb des Rosewood Vienna.
Kooperation statt eigener Produktion
Dabei muss ein Restaurant keineswegs selbst zum Weinproduzenten werden. Unterschiedliche Modelle sind möglich: Ein bestehender Wein bekommt ein exklusives Etikett, ein Winzer reserviert eine bestimmte Charge für einen Betrieb oder Gastronom und Produzent entwickeln gemeinsam eine eigene Cuvée.
Auch österreichische Produzenten bieten solche Exklusivabfüllungen inzwischen gezielt für Gastronomie und Geschäftskunden an. Je stärker Wein, Label und gastronomisches Konzept miteinander abgestimmt sind, desto weniger austauschbar wird das Produkt.
Mehrwert auch wirtschaftlich interessant
Für Gastronomiebetriebe eröffnet die Eigenmarke zusätzliche Möglichkeiten. Der Wein ist nicht unmittelbar mit Produkten anderer Betriebe vergleichbar, kann exklusiv kommuniziert werden und bietet Raum für eine eigenständige Preispositionierung.
Gleichzeitig profitieren Produzenten von längerfristigen Partnerschaften und zusätzlicher Sichtbarkeit. Aus der klassischen Lieferantenbeziehung entsteht damit im Idealfall eine gemeinsame Marke auf Zeit.
Das Beispiel von Bernhard Ott und der Neuen Hoheit zeigt: Der Hauswein entwickelt sich vom günstigen Standardprodukt zunehmend zum individuellen Aushängeschild eines gastronomischen Betriebs.
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