Die private Bahngesellschaft Westbahn kündigt eine strategische Erweiterung ihres Netzes an: Ab März 2026 sollen ihre Züge auch über die Südstrecke fahren – durch den noch neuen Koralmtunnel. Gleichzeitig plant das Unternehmen, Teile des Streckennetzes von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zu übernehmen.
Ausbau mit Hochgeschwindigkeitszügen
Für die Südstrecke setzt Westbahn auf Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Stadler, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h verkehren sollen. Ziel ist es, Verbindungen wie Wien–Klagenfurt innerhalb von etwa 3 Stunden und 15 Minuten zu ermöglichen. Auch eine Verlängerung bis nach Lienz und weiter nach Bozen und Venedig ist angedacht.
Das Unternehmen strebt zudem an, in Zukunft ohne öffentliche Zuschüsse zu wirtschaften. Die Investitionskosten allein für die Züge wurden mit rund 120 Millionen Euro beziffert.
Kritik, Ausschreibungen & Finanzierung
Westbahn übt deutliche Kritik an den bestehenden Verkehrsdiensteverträgen, von denen die ÖBB profitieren – laut Westbahn ohne öffentliche Ausschreibung. In vielen Ländern würden ähnliche Strecken im transparenten Wettkampf vergeben, argumentieren die Geschäftsführer. Mit Ausschreibungen ließen sich nach ihrer Einschätzung Einsparungen von zehn bis zwanzig Prozent realisieren.
Trotz des ehrgeizigen Vorhabens zeigt sich auch Realismus: Westbahn betont, dass in bestimmten Fällen weiterhin öffentliche Zuschüsse nötig sein könnten, insbesondere bei regionalen Verbindungen und Nahverkehrsstrecken, die wirtschaftlich schwer zu betreiben sind.







