Fast unbemerkt hat eine Institution der Wiener Clubszene ihre Tore geschlossen: Die Pratersauna beendete Mitte Dezember ihren Betrieb. Komplexe Rechtsstreitigkeiten, finanzielle Unsicherheiten und ein gescheiterter Neustart zeichnen ein Bild der immensen Herausforderungen, denen sich die moderne Nachtgastronomie gegenübersieht.
Räumungsklage und finanzielle Unsicherheit als Auslöser
Der Auszug der Betreiberfirma Praternostra GmbH am 15. Dezember war die Folge einer laufenden Räumungsklage. Gegenüber „Zwischenbrücken.at“ sprach der neue Geschäftsführer Sebastian Müller-Klasz, von einem „Drama“. Obwohl die Miete bezahlt worden sei, sei diese offenbar nicht ordnungsgemäß an die Eigentümer weitergeleitet worden. Diese fehlende Planungssicherheit, gepaart mit Gerüchten über einen drohenden Konkurs, führte dazu, dass Kollektive geliehenes Ton- und Lichtequipment zurückforderten, was einen Weiterbetrieb unmöglich machte.
Ein komplexer Eigentumskonflikt im Hintergrund
Die Situation wird durch einen ungelösten Rechtsstreit zwischen der Immobilieneigentümerin (Verena Thöni GmbH) und der Pächterin (RHC Invest GmbH, an der auch der bekannte Gastronom Martin Ho beteiligt ist) verkompliziert. Die Praternostra GmbH war lediglich die Betreiberfirma, die den Club von der RHC Invest GmbH untergepachtet hatte.
Gescheiterter Neustart und unterschiedliche Perspektiven
Die Pratersauna galt lange als eine der Top-Adressen der internationalen Clubszene. Nach einer Übernahme durch Martin Ho im Jahr 2016 wurde das Konzept verändert. Der neue Betreiber Müller-Klasz versuchte zuletzt, an den früheren Geist des Clubs anzuknüpfen und setzte auf Kollektive und ein starkes Sicherheitskonzept.
Ein Sprecher von Martin Ho erklärte, dass unter dem letzten Betreiber und angesichts des geänderten Ausgehverhaltens sowie der allgemeinen Belastungen der Nachtgastronomie „kein tragfähiges Konzept“ etabliert werden konnte. Die Fläche werde daher von der Ricemoney Hospitality Group künftig nicht mehr bespielt. Zudem wurde der Vorwurf erhoben, die Praternostra GmbH habe nur rund 15 Prozent der vereinbarten Mietkosten bezahlt.







