Zahlreiche Mythen ranken sich um die positive Wirkung von Wildfleisch. Es soll besonders gut für Kraft, Ausdauer und Gesundheit sein, gilt als besonders arm an Cholesterin und reich an Eisen. Es soll sogar wertvoller als das Fleisch von gezüchteten Haustieren sein. Das fällt aber in die Rubrik „Jägerlatein“. Wildfleisch ist eine köstliche Bereicherung des Speiseplans, aber auch nicht mehr. Wild ist ein hochwertiges Nahrungsmittel, das sich durch leicht verdauliches Eiweiß, geringen Fettanteil und wenig Bindegewebe auszeichnet. Vitamine der B-Gruppe, Eisen, Zink und Selen machen das Paket komplett. Es ist frei von Medikamenten und Hormonen und das Wild ernährt sich rein natürlich ohne Mastfutter. Und so wirbt die Jägerschaft gerne damit, dass Wildbret rundum gesund ist. Aber trotz der vielen gesundheitlichen Vorteile bleibt ein leicht bitterer Beigeschmack. Denn Wildfleisch weist auch deutlich höhere Werte an Schwermetallen oder radioaktiven Stoffen auf.
Das Gansl dagegen gilt als ungesund, da es so fettreich ist. Aber auch das stimmt nicht wirklich. Die Ölsäure, die das Olivenöl so wertvoll macht, ist zu fast 60 Prozent im Gänseschmalz enthalten, das ist etwa doppelt so viel wie in Maiskeim- oder Sonnenblumenöl. Auch die wertvolle Linolsäure ist im Fett enthalten. Wer also endlich aufhört, Lebensmittel in gesund oder ungesund einzuteilen, sollte sich an den herbstlichen Genüssen freuen. Sie kommen ja nur selten auf den Teller.







