Angesichts der anhaltend hohen Inflation in Österreich erteilt Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), populistischen Vorschlägen wie einem staatlich verordneten „Sparmenü“ eine klare Absage. Stattdessen fordert er, die wahren Ursachen der Preissteigerungen zu bekämpfen: hohe Energiepreise, hohe Arbeitskosten durch Lohnnebenkosten und eine überbordende Bürokratie.
Gastronomie am Ende der Kostenkette
Die Gastronomiebetriebe stehen am Ende der gesamten Kostenkette und sind daher als erste von steigenden Preisen betroffen. Preissteigerungen sind keine Willkür, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, um gestiegene Kosten für Löhne, Pacht, Wareneinkauf und Energie zu decken. Erhebungen zeigen, dass über 90 Prozent der Gastronomen ihre Preise nicht im vollen Ausmaß der tatsächlichen Kostensteigerungen erhöht haben.
Rückläufige Betriebsergebnisse und hohe Bürokratie
Die Folgen des Kostendrucks sind deutlich spürbar: Über alle Betriebstypen hinweg sind die Betriebsergebnisse seit 2019 rückläufig, was auf systemische Ursachen hindeutet. Besonders belastend sind die hohen Arbeits- und Energiekosten sowie der enorme bürokratische Aufwand. Gastronomen verbringen im Schnitt rund zehn Stunden pro Woche mit administrativen Tätigkeiten – Zeit, die im Betrieb und für die Gäste fehlt.
Forderung nach strukturellen Reformen
Wer die Inflation nachhaltig senken will, muss an den echten Stellschrauben drehen: finanzielle Entlastung, leistbare Energie und ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden. Nur so können Betriebe wirtschaftlich stabil arbeiten, was sich letztlich auch positiv auf das Angebot und die Preise für die Gäste auswirkt. Die österreichische Gastronomie ist breit aufgestellt und bietet seit jeher ein vielfältiges Angebot, vom leistbaren Mittagstisch bis zur gehobenen Küche, und reagiert bereits verantwortungsvoll auf die wirtschaftliche Lage ihrer Gäste.







