Die aktuellen Nächtigungszahlen für 2025 zeigen ein deutliches Wachstum im österreichischen Tourismus. Insgesamt wurden 157,27 Millionen Nächtigungen verzeichnet, was auf eine stärkere Verteilung der touristischen Nachfrage über das gesamte Jahr hinweist. „Österreich wird zunehmend als Ganzjahresdestination wahrgenommen“, erklärt Susanne Kraus-Winkler, Bundesspartenobfrau der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Beschäftigung und Fachkräftebedarf steigen
Mit dem Wachstum gehen längere Betriebszeiten und ein höherer Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einher. Im Dezember 2025 waren 247.969 Personen im Tourismus beschäftigt, ein Plus von 1,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Trotz des Zuwachses berichten viele Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. „Der Tourismus ist ein stabiler Beschäftigungsmotor mit überdurchschnittlichem Mitarbeiterbedarf“, so Kraus-Winkler. Es werden jährlich etwa 12.500 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.
Investitionen als Schlüssel zur Zukunftssicherung
Positive Nächtigungszahlen allein reichen laut Kraus-Winkler nicht aus. Entscheidend sei, ob die Betriebe ausreichend Ertrag für Investitionen erzielen und den steigenden Fachkräftebedarf decken können. Viele Unternehmen investieren bereits in Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Reine Preissteigerungen ohne Leistungsverbesserung stoßen rasch an ihre Grenzen“, warnt sie.
Forderungen an Politik und Bildung
Um den Fachkräftemangel langfristig zu bewältigen, fordert die WKÖ unterstützende Rahmenbedingungen und eine moderne Fachkräftestrategie. Die Attraktivierung und Aufwertung der Lehre sei dabei ein zentraler Hebel.
Abschließend betont Kraus-Winkler, dass Investitionen in Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit unerlässlich sind, um den Tourismusstandort Österreich und insbesondere die vielen familiengeführten Betriebe langfristig zu stärken.







